TV Groß-Rohrheim : TGB Darmstadt (32:29)
Bericht von Tom Burkhard
Nur gut spielen reicht nicht
Nach
großem Kampf verlor die erste Mannschaft der TGB Darmstadt auch ihr zweites
Saisonspiel gegen die TV Groß-Rohrheim. Das Team um Trainer Gürhan Türkoglu
wollte nach der Pleite zum Saisonauftakt Wiedergutmachung betreiben und unter
Beweis stellen, dass die schlechte Platzierung im unteren Tabellendrittel aus
der letzten Runde nicht das Leistungsniveau der Mannschaft widerspiegelt.
Die
Gastgeber aus Groß-Rohrheim verstärkten sich in der Sommerpause vor der Saison auf
einigen Positionen und gelten bei
einigen Liga-Konkurrenten der A-Klasse bereits als Aufstiegskandidat. Doch die
TVGR setzt auf Understatement und hat sich als Saisonziel gesteckt nicht in den
Abstiegskampf zu geraten. Dennoch ging die TGB als Underdog ins Spiel. Allerdings
wurde schnell deutlich, dass Darmstadt gegen Groß-Rohrheim mehr wollte als nur
mitspielen. Über 2:2, 7:4 und 8:8 konnte sich keine Mannschaft Vorteile
erarbeiten. Dabei hatte die TGB schon früh den Verlust von Linkshänder Felix
Hahne zu verkraften, der in der siebten Spielminute nach einem verlorenen
Eins-gegen-eins gegen den Linksaußen der Gegner eine mehr als fragwürdige rote
Karte sah. Die Schiedsrichter werteten dabei eine alltägliche erste
Angriffswelle als Gegenstoß-Angriff und stuften das Abdrängen von Hahne als
Notbremse ein.
Durch
diesen Rückschlag aller Optionen auf der rechten Außenbahn beraubt, kämpfte
sich Bessungen zurück ins Spiel und konnte über 10:11, 16:16 und 16:17 bis zur
Halbzeit sogar knapp in Führung gehen. Die Mannschaft arbeitete hinten solide
und konnte sich vorne im Positionsangriff immer wieder durchsetzen. Allerdings
hätte der Vorsprung zum Pausentee auch größer ausfallen können. Denn seitens
der TGB blieben zu viele Möglichkeiten, durch Gegenstöße und gute Wurfchancen
zu leichten Toren zu kommen, ungenutzt. Doch die wurfstarken Halben des Gegners
wurden von der TGB-Abwehr gut verteidigt und konnten ihre Stärken deshalb selten
ausspielen. Tillmann Preuschoff auf Halb-Links und Torhüter Robert Hampel
zeigten ansprechende Leistungen im Trikot der Darmstädter.
Siege sind Kopfsache
Die
TGB kam gut aus der Kabine und konnte den Vorsprung in den ersten Minuten auf
17:20 vergrößern. Doch Groß-Rohrheim glich zum 23:23 aus und ging schließlich
sogar mit 26:24 in Führung. Außerdem sollte das Schiedsrichtergespann erneut
eine ebenso zweifelhafte wie spielentscheidende Entscheidung treffen. So wurde
Björn Stoll mit Rot vom Platz gestellt, weil die Unparteiischen einen eigentlichen
Siebenmeter mit möglicher Zwei-Minuten-Strafe als Tätlichkeit werteten.
Groß-Rohrheims Halb-Linker war im Positionsangriff von links frei zum Wurf
gekommen und durch Stolls Arm im Hals- und Schulterbereich getroffen aber
keines Falls „geschlagen“ worden.
In
der Schlussphase konnte sich Groß-Rohrheim vorerst mit 30:26 absetzen. TGB-Coach
Gürhan Türkoglu stellte notgedrungen auf eine offensive Manndeckung um, mit der
die Gastgeber ihre Schwierigkeiten hatten. In der Folge konnte die TGB wieder
auf 30:28 verkürzen. Doch in den entscheidenden Situationen versagten den
Akteuren auf dem Platz wieder mal die Nerven. Die durch die offensive Abwehr
eroberten Bälle wurden mehrfach durch stümperhafte Fehlpässe hergeschenkt oder
konnten im Angriff nicht in Zählbares umgemünzt werden. So brachte man sich
selbst um die Gelegenheit das Spiel in letzter Minute noch zu drehen und verlor
am Ende verdient mit 32:29.
Nach
einer tollen kämpferischen und moralisch einwandfreien Leistung steht für die
TGB damit erneut eine Niederlage zu Buche. Die Auftritte in den ersten beiden
Saisonspielen erinnerten stark an die der letzten Saison. Zwar wirkte das Team
wesentlich eingespielter, doch die spielerischen und Schwächen und mentalen
Unzulänglichkeiten konnte Türkoglus Team bisher nicht abstellen. Für das erste
Heimspiel am kommenden Wochenende gegen TV Trebur bleibt deshalb nur zu hoffen,
dass sich die Mannschaft bei der Ehre gepackt fühlt und mit einer deutlichen
Leistungssteigerung auf die Rückschläge der letzten zwei Wochen reagiert.
Für
die TGB spielten: Tillmann
Preuschoff, David Hubert (jeweils 6), Benedikt Waldschmidt (5), Axel Pfalzgraf
(5/4), Jan Battram, Janis Groß
(jeweils 2), Björn Stoll, Florian Gang (jeweils 1), Toni Scheuffler, Felix
Hahne sowie Robert Hampel und Jochen Schmitt im Tor.