Berti Vogts hatte es früh geahnt: „Die Breite an der Spitze
ist dichter geworden“. Da Fußballer-Weisheiten meist auch im Handball greifen,
war es wenig verwunderlich, dass die TGB Darmstadt III nach der Partie in
Wald-Michelbach mit dem Match gegen die MSG Rüsselsheim/Bauschheim III gleich
das nächste Spitzenspiel bestritt. Mit einer konzentrierten Leistung setzten
sich die Old Warriors mit 30:20 (14:8) durch und sorgten dafür, dass die Breite
an der Spitze etwas weniger dicht geworden ist. Berti Vogts mag uns dies
nachsehen. Mit 16:0 Punkten haben die Warriors jetzt schon vier Punkte Vorsprung
auf die Verfolger.
In einer von beiden Seiten hart geführten Partie war
vor allem Sven Seeger ein Aktivposten. Der Bayern-Fan spielte nach dem 5:0
seines Clubs gegen Hannover befreit auf. Im Stile eines Gerd Müller war er meist
an der Stelle, wo es brenzlig wurde und wenn er den Ball bekam, machte es auch
meist Bumms. Etwas weniger Rückenwind aus der Bundesliga hatte der TGB-Halblinke
Arne Henkes. Der gebürtige Hannoveraner schloss sich spontan mit der übel
verdroschenen Slomka-Truppe kurz und weigerte sich lange Zeit das Runde ins
Eckige zu jagen.
An dieser Stelle gehen mir die Fußball-Analogien aus,
daher weiter im bewährten Stil.
Auch wenn es an dieser Stelle eigentlich
bei jedem Spiel auftaucht, sei auch diesmal erwähnt, dass das Torhüter-Gespann
eine sehr gute Leistung zeigte. Sowohl Dirk Knaddel Schaaf als auch Fidi
Feldmann zogen den Gästen mit starken Paraden früh den Nerv. Brenzlig wurde es
für das TGB-Gehäuse eigentlich nur, wenn die MSG kleinere Schwächen der Warriors
im Rückzugverhalten ausnutzte.
Auf der anderen Seite nutzte Ralf Domes
den sich bietenden Platz, um sich durch das Abwehrzentrum der Gäste zu tanken.
Dabei konnte er mitunter nur mit rustikalen Mitteln gestoppt werden. „Ja, das
war etwas schmerzhaft heute, aber die Lücken waren einfach zu verlockend“, so
der Mittelmann nach der Partie. Am Sonntagmorgen war er zu einer weiteren
Stellungnahme nicht ans Telefonzu bekommen. Mit einem Zwischenspurt setzte sich
die TGB von 6:4, über 13:7 zum Halbzeitstand von 14:8 ab, was die vielen
Zuschauer mit Applaus auf dem Weg in Richtung Kabine bedachten.
In der
Kabine gab es dann erstmal eine Pausenansprache von „Coach“ Häggi Hagenberger,
der den Spielern eröffnete, dass es durchaus erlaubt und sogar statthaft ist,
den Ball mehr als einmal durch die eigenen Reihen zu spielen, bevor der
Torabschluss gesucht wird. Gesagt getan. In der Folge wurden die Angriffe wieder
etwas konzentrierter vorgetragen, Christoph Feldmann verdingte sich als
souveräner Ballverteiler, der aber den ein oder anderen Wurf-Korridor ungenutzt
verstreichen ließ und lieber den Nebenmann in Szene setzte. Dafür präsentierte
Matthias Naas seinen immer noch pfeilspitzenartigen Antritt, der ihn erst in des
Gegners Passweg, dann vor des Gegners Tor (+erfolgreichem Abschluss) und
schließlich auf die Bank zum Ausruhen führte.
Die Rüsselsheimer suchten
nun in einer offensiveren Deckung ihr Heil, was aber nur bedingt mit Erfolg
gekrönt war. Über 20:12 behauptete die TGB die Führung bis zum 29:20 kurz vor
Schluss. Wie schon in Wald-Michelbach versuchten Thomas Martin und Carsten
Feuerbach einen Kempa, der aber diesmal misslang. Dafür schnappte sich Carsten
den nächsten Ball und stellte mit einem schönen Dreher den würdigen Schlusspunkt
her. Dass ihm dabei erneut das 30. Tor gelang, wurde ihm erst später klar.
Am 2.12. spielen die Warriors beim Tabellenletzten SKV Büttelborn II. Da
hat Carsten dann die Gelegenheit das Triple in Sachen 30. Tore voll zu machen.
Sehenswerte Bilder von der Partie findet ihr unter folgendem Link: https://www.facebook.com/Sepics
Es spielten: Feldmann
und Schaaf (im Tor), Martin, Feuerbach (2), Strauß (2/1), Henkes (5), Feldmann
(2), Heese (2), Heuser (2), Domes (2), Seeger (10/2), Merz, Naas (3)